Selam Ethiopia 12

Im März 2010, nach einigen Vorbereitungen, ging es mit unseren Freunden zu einem Abenteuertrip in die Danakil Wüste. Zuerst mit dem Flieger nach Mekelle und von dort nochmals einen Tag mit zwei Fahrzeugen in die Wüste, mit dabei ein Koch, zwei Fahrer und ein Führer. Unterwegs wurde noch ein Polizist aufgeladen, was mittlerweile zum Standardprogram des Sicherheitskonzeptes gehört. Seit dem Sturz des Mengistu-Regimes 1991 sind einige Widerstandskämpfer militärisch immer noch aktiv, weshalb die Region noch bis heute mit Vorsicht zu betreten ist. Bei den Ausfahrten vom Basiscamp aus waren dann auch immer noch zwei Militärs mit an Board.

Die Danakil-Wüste liegt Richtung Küste des Roten Meeres im sogenannten Afar-Dreieck von Eritrea, Äthiopien und Dschibuti. Es ist eins der weltweit geologisch aktivsten Gebiete, hier liegen auch die Vulkane Erta Ale, Asavyo und Dabbahu, die im Sommer 2011 den Flugverkehr in Ostafrika lahm legten. Im Westen wird sie durch das steile Hochland von Abessinien begrenzt, das wir mittlwerweile auch schon ein paar mal bereist haben.

Die Wüste ist Teil der Danakilsenke (auch: Danakil-Depression) und liegt 110m unter dem Meeresspiegel. Ständig drückt sich Wasser durch den Wüstenboden und spült Mineralien an die Oberfläche. Das Wasser verdunstet sehr schnell und zurück bleibt eine dicke Salzkruste, die die ökonomische Grundlage für tausende von Menschen bildet, die hier einen nicht-industriellen Salzabbau betreiben. In der Wüste leben rund 100.000 Afar-Nomaden unter schwersten Bedingungen. Die Menschen sind sehr aufgeschlossen und hilfsbereit, mit den Kindern ist es wie überall in Äthiopien sehr einfach einen innigen Kontakt aufzubauen. So ist uns der kleine Ali (Foto rechts) schon nach den ersten Stunden nicht mehr von der Seite gewichen.

Übernachtet haben wir in einem Afar Dorf auf Holzpritschen, einfach aber ausreichend. Unser Koch, ein wirkliches Phänomen, überraschte uns jeden Abend mit kulinarischen Köstlichkeiten die er uns aus wenigen Zutaten zauberte, bis hin zu Ziegen-Tipps, klein geschnittenes Ziegenfleisch gebraten am letzten Abend. Die ersten beiden Tage verbrachten wir in der Danakilsenke die uns mit ihrer unglaublichen geologisschen Vielfalt beeindruckte, bis hin zur den Stellen, in denen die Afar bei fast 50 Grad Hitze mit einfachsten Mitteln Salzplatten aus dem Boden schlagen. Diese Platten werden dann auf Kamele geladen, die in grossen Karavanen Richtung Mekelle ziehen um die Umschlagsplätze des Handels zu erreichen. Tausende von Kamelen ziehen jeden Tag bei Sonnenaufgang in die Wüste, um schwer beladen ihre mühsame Reise anzutreten.

Am dritten Tag war eigentlich der Vulkan Erta Ale geplant, mit Übernachtung und Sonnenaufgang am Krater von dem aus man den noch flüssigen, rotglühenden Lavasee überblickt. Jedoch blieb eines unserer Fahrzeuge in der Wüste mit Getriebeproblemen stecken, so dass der Versuch nach einigen Stunden abgebrochen werden musste und wir in unser Basiscamp zurückkehrten. Dieser Teil der Reise wird jedoch sicher irgendwann nachgeholt.

Aufbruch am Morgen von Mekelle aus in Richtung Danakil Senke
Kamelkaravanen sind unsere ständigen Begleiter
Aufgeplatze Salzkrusten soweit das Auge reicht
Die Beschaffenheit des Bodens wechselt ständig
Unser Basiscamp, ein Afar Dorf am Rand der Danakilsenke
Salz ohne Ende
Jörg vom Wüstenstaub gezeichnet
Das Wasser drückt sich aus dem Boden
Jörg und Dirk in Beduinen-Manier
Wie kleine Vulkane stehen die Mini-Slazberge aus dem See
Ein kleines Geisir spuckt kochend heisses Wasser
Farbkontraste..
Im Herzen ein gift-grüner See
Fast wie kleine Stadtlandschaften überziehen die kristallinen Objekte die Oberfläche
Endlose Karavanen
Auch Esel ziehen mit
Die Mineralien und Salze lassen die abenteuerlichsten Farben und Formen entstehen
Schwefelgeruch liegt in der Luft..
Jörg vor der grünen Suppe
Am Rande eines Schwefelparadieses
Inmitten von Strassenschluchten
Salzpilze soweit das Auge reicht
Es sind ehemalige kleine Geisire, die hier erloschen sind. Hier war vermutlich bis vor kuzem noch ein Salzsee
Uta im Pilzwald..
nicht in den Alpen...
Endlos erstreckt sich die tiefgelegene Senke vor uns
Die Salzformationen bilden eine eigentümliche Landschaft
Heisser Schnee...
Die Augen brennen fast beim Anblick
Bei fast unerträglichen Temperaturen wird das fest gebackene Salz aus dem Boden gehauen
Die Arbeit ist extrem, in jeder Hinsicht
Nach dem Grobschnitt kommt der Feinschliff auf Plattengrössen von ca. 30 x 40cm
Die Platten werden gestapelt......
...und auf die Kamele verladen
Langeweile in der Wüste
Kamele sind auch neugierig
Fahrt durch die endlose Weite
In einer der Afar Hütten
Unser letztes Nachtcamp
Unser treuer Freund Ali
Uta beim Ausgraben des Autos
Warten und Wasser trinken
Eine Reisegruppe, die uns in unserer misslichen Lage versuchte zu helfen
Sonnenaufgang über der Wüste
Es wird uns klar, dass wir einen Wagen in der Wüste zurücklassen müssen