Selam Ethiopia 03

Selam, im äthiopischen =„Fride“ bzw. „hallo“, steht hier in Addis für eine soziale Einrichtung, die in den 60er Jahren von dem Schweizer Ehepaar David und Marie-Luise Röschli ins Leben gerufen wurde.

Nach ihrer Auswanderung nach Äthiopen adoptierten sie damals zu ihren vier Kindern sechs einheimische Geschwister. Nach dem Umsturz des Kaisers Haile Selassie, kehrten sie als zwölfköpfige Familie in die Schweiz zurück. Mitte der achtziger Jahre ging die älteste Adoptivtochter Zahai, die effektive Gründerin des Hilfswerkes, nach Addis Abeba zurück, weil sie im Fernsehen sah, dass dort eine grosse Hungersnot war. So beschloss sie, aus Dankbarkeit, weil es ihr und ihren Geschwistern in der Schweiz so gut ergangen ist, ein Kinderheim für 25 Kinder zu bauen. Ihr Vater David machte die Pläne. Im Eröffnungsjahr 1986 jedoch waren es bereits gegen 70 Waisenkinder. 1989 kehrten auf  Wunsch von Zahai die Eltern David und Marlie-Luise Röschli nach Addis Abeba zurück. Dort bauten sie die verschiedenen Ausbildungsstätten auf und lösten nach und nach ihre Tochter in der Leitung ab.

Heute ist das ganze eine Organisation, die über viele Hektar Land verteilt annährend zweitausend Menschen Ausbildung, Arbeit und mittlerweile über zweihundert Waisenkindern auch Zuflucht bietet. Geleitet wird die Einrichtung seit einigen Jahren von der Familie Büchler, die ebenfalls aus der Schweiz stammend, die Röschlis ablöste, und sich seit dem vor allem der Weiterentwicklung der Ausbildungsstätten verschrieben hat. Das Resultat ist überwältigend, eine sich mittlerweile mehr und mehr selbst tragende Institution, die von den beiden geführt, betreut,  organisiert und ständig weiterentwickelt wird.

In hauswirtschaftlichen Ausbildungen  werden heute bevorzugt junge Frauen, denen meist aufgrund sozialer Hintergründe eine höherer Schulbildung verwehrt blieb, in die  Welt der Hauswirtschaftens und des gastronomischen Services eingeführt. Jeden Mittag können externe Gäste sich mit einem fünfgängigen Menü von den Resultaten aus Küche und Backstube überzeugen lassen. Auch Gemüse, Fisch, Fleisch und Honig aus eigener Produktion können hier mittlerweile erworben werden.

Daneben beherbergt Selam heute in einer Welt fernab vom bunten Chaos der äthiopische  Metropole eine Reihe von Werkstätten, die bestechend durch ihre helle und freundliche Atmosphäre, einen sehr einladenden Arbeits-und Ausbildungsort für über tausend jugendlicher Handwerker bietet: Metallbau- Stahlverarbeitung, Elektrotechnik, Lehmbaustein- und Ziegelherstellung, Schreinerei, Autowerkstätten und vieles mehr findet man heute auf dem weitläufigen Areal.

Produkte aller Art sind mittlerweile aus den Selam-Stätten zu beziehen, nicht zuletzt wurden die Container des Ausstellungsgebäudes in viermonatiger Arbeit unter der beeindruckenden Bauletung unseres Schweizer Kollegen Benjamin Stähli zu dem verarbeitet, was sie heute sind...

Schlosserei-Werkstatt
Schweizer Präzession bis hin zur Wegführung
Huldigung an die Heimat
Unterricht in der Werkstatt
Produkte aus der Metallverarbietung
Fachvokabular...
Die Schreinerei
Gemeinsames Anpacken bei der Fertigung einer Rutschbahn
Herstellung von Lehmbausteinen
...das fertige Produkt
Dachziegel
Arbeitsplätze in der Mittagspause